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von innen

Wie fühlt sich Intuition an?

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Ein Thema, das mich gerade selbst sehr beschäftigt, ist die Sache mit der Intuition.

 

Dieses innere Wissen, die Führung, diese innere Stimme, die uns angeblich die Richtung zu zeigen vermag, dorthin wo es für uns gut ist und stimmig. Es handelt sich um eine Ahnung, ein bestimmtes Gefühl, ohne reflektiertes Denken oder Erfahrung aus der Vergangenheit, die dir ein Empfinden zu einer Person oder Situation entgegen bringen.
Ein Beispiel dafür wäre, du siehst auf einem überfüllten Platz, in Mitten einer Masse an Personen, zwei Menschen und bekommst plötzlich die Ahnung, das sind unsere Feriengäste. Das ist meiner Mutter real passiert, als wir am Weihnachtsmarkt waren und nur wussten, dass das Paar, das sich für unsere Ferienwohnung angemeldet hatte, in zwei Stunden erwartet wird. Daher fuhren wir noch vorher schnell in die Stadt zum Markt. Wie konnte also meine Mutter wissen, dass es sich tatsächlich um die beiden handelte, die sich danach bei uns für eine Woche einquartierten? Sie wusste es nicht, sie hatte eine Ahnung – die sich später als richtig herausstellte.

 

Woher kommt also diese Intuition? Wie bekommen wir Zugriff zu ihr?

Als Kind stand ich mit meinen Ahnungen noch weniger im Klinsch. Ich fragte mich nicht, ob ich meinem Gefühl vertrauen könne, wenn es mir sagt: „Warte lieber noch ein wenig bis du wieder zurück in die Küche gehst, denn im Moment herrscht dort keine gute Stimmung.“ Später kamen Stimmen dazu wie: „Ja, du musst aber jetzt dich dort dazugesellen, was würden die Anderen dann von mir denken,… “ usw. Und irgendwann fällt es schwer, die innere Stimme wahrzunehmen, bevor die ganze Truppe von Kritikern und Saboteuren ihren Senf dazu gibt.

 

Was hilft es uns, auf unsere innere Stimme zu hören?

Ich dachte lange, Emotion und Gefühl wären das Gleiche. Der Begriff der Emotion deutet aber  auf etwas hin, das in Bewegung kommt. Es geht hierbei also um eine Gemüts-Bewegung im Sinne eines Affektes. Dieser wiederum ist eine besondere Art des Fühlens,  der dem Leib-Seele-Problem Ausdruck verleiht. Trauer zum Beispiel ist ein Gefühl. Aber ist das Gefühl dann eine Intuition? Ich glaube, dass wir unsere Gefühle viel zu oft mit Intuition verwechseln. Die Intuition ist unser „sechster Sinn“. Die Weisheit, die fernab jedes Wissens und jedes ausgelösten Gefühls ist. Sie wirkt wie eine Antenne, die auf richtig oder falsch, ja oder nein reagiert. Ob ein Impuls aus dem Intellekt, aus dem Gefühl oder aber aus der Intuition kommt, unterscheidet sich meist an deren Auftreten. Eine Intuition kommt schnell und ohne sie zu denken. Man bekommt plötzlich das Gefühl, da stimmt was nicht… Und dann fängt meist schon der Kopf an zu sagen: „Ach Blödsinn, schau wie lieb der Mensch ist, schau wie viel Kohle du in dem Job bekommen wirst, welch tolles Büro und wie praktisch die Wegzeit hier her.“ Oder die Emotion mischt sich dazu und spricht: „Ja, aber ich fühle mich hier hingezogen. Der Arbeitskollege ist mir sympathisch…“ und weg ist der erste Impuls, der hochkam. Die Schwierigkeit, seine Intuition wahrzunehmen liegt meist darin, dass wir zu wenig Raum für sie haben. Ständige Beschäftigung, Ablenkung, Lärm, Meinungen… All das lässt keine Lücke mehr, für unsere Antennen in uns. Sie kommen nicht durch, durch all die Haufen an Zuviel im Außen. Und selbst im Innen sind wir voll mit Erfahrungen, Verletzungen und Meinungen, die hochschnappen und uns zu lenken versuchen.

Gönne dir mehr Lücken, mehr Pausen und stille Momente – einfach nur um dir selbst zu lauschen.

Dann merkt man erst, wie viele Stimmen in uns herumbrüllen, dreinreden und uns vorab sagen: „Ne, das geht nicht!“ Sei liebevoll zu dir und lass sie alle reden, aber übe, ihnen nicht mehr so ein Gewicht zuzuschreiben. Lass sie einfach durchziehen, wie eine geschwätzige Person, die einfach das Bedürfnis hat, sich mitzuteilen. Hör ihr zu, aber lerne, dich nicht irritieren zu lassen von ihr. Und über das immer erneute Üben von Zulassen und Hineinhören, ohne sich mitreissen zu lassen, gelingt es zunehmend in der Mitte von sich selbst zu stehen, diese Geschwätzigen ICHs alle zu entlarven und Raum für das Eigentliche zu schaffen. Dann wird Platz für die innere Stimme – die Weise in dir. Sie drängt sich nicht auf. Sie ist klar in ihrer Aussage und stellt es hin, ohne zu nerven, ohne dir etwas beweisen zu wollen. Wenn du sie nicht hörst und die geschwätzige Stimme von nebenan vorziehst, wird sie immer leiser.
Intuition hat mit unserem Seelenskern zu tun – mit unserer größeren Wahrheit. Die, die nicht anerlernt wurde, die uns nicht vorgelebt oder bestätigt wurde. Sie ist frei, von all dem was wir glauben zu wissen und doch beinhaltet sie alle Wahrheiten, besser als jeder andere.

In dieser vorweihnachtlichen Zeit, in der wir uns besinnen wollen, geht es im Aussen, meist mehr denn je, um Sein-Wollen, um Wünsche, um Haben-Wollen. Oft sind wir am Ende des Jahres enttäuscht über Dinge und Menschen, die wir verloren haben, die in unsrem Leben (noch) fehlen. Oder wir schauen auf das, was wir uns wünschen und wo wir hin wollen.

Lasst uns doch mehr in unsere Mitten, in unsere Herzen kommen und dort der Intuition begegnen. Lasst uns ihr Lauschen und uns verraten, wo wir stehen und dass sie immer da ist. Lasst uns weniger Gedanken über das Richtig und Falsch im Aussen machen, was wir da und dort noch wollen und wo wir uns noch hinarbeiten möchten. Lasst und allein in uns, unser Richtig finden und das Falsch da sein lassen, ohne abzuwerten, sondern auch das als Richtungsweisung unseres ganz individuellen Seins sehen.

Intuition durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Oft wagen wir nur nicht, ihr zu folgen, weil wir dann unsere Kontrolle und unsere Pläne aufgeben müssten. Alles was wir wollen, alles was wir einrichten um uns vermeintliche Sicherheit zu schaffen, kommt selten aus unserer inneren Stimme hervor. Alles Drama und alles Halten wollen, bedingt ein Klammern an Denkweisen, die wir für uns fixiert haben, weil wir dachten (oder wer anderer schon für uns oder in uns dachte), dass sie uns zu einem vermeintlichen Ziel führen.

 

Intuition ist mehr als das.

Auch Albert Einstein wusste diese, von unserem Denken zu unterscheiden:

„Die Intuition ist ein göttliches Geschenk, der denkende Verstand, ein treuer Diener. Es ist paradox, dass wir heutzutage angefangen haben, den Diener zu verehren und die göttliche Gabe zu entweihen.“

2 comments

  1. Wunderschöner Beitrag! Danke vielmals, lg Melanie

    1. Danke liebe Melanie!

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