Warning: Parameter 1 to wp_default_scripts() expected to be a reference, value given in /home/.sites/72/site3545635/web/wp-includes/plugin.php on line 601 Warning: Parameter 1 to wp_default_styles() expected to be a reference, value given in /home/.sites/72/site3545635/web/wp-includes/plugin.php on line 601
von innen

LIEBE: ein großes Wort – ein großes Begegnungsfeld

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Was bedeutet das Wort Liebe? Was bedeutet dir der Inhalt Liebe?

Alle sehnen wir uns danach geliebt zu werden, angenommen und bestärkt. Ist das Liebe? Oder die Sehnsucht, resultierend aus verletzten Gefühlen dazu? Wie leichtfertig wir mit der Liebe in Beziehungen umgehen… Früher war Liebe die Floskel zur notwendigen Sicherheit einer Ehe, zu Nachkommen – die man brauchte, usw. Heute, zumindest in den meisten westlichen Ländern, ist Liebe frei, zumindest offiziell. Konventionen und Ansichten zur idealen Form von Liebe, klammere ich hier mal bewusst aus. Wir malen uns aus wie sie sein sollte – spüren wie es sich anfühlen könnte, sie zu erleben und hüpfen doch meist von Tümpel zu Tümpel. Und Tümpel klingt ein wenig minder in dem Zusammenhang – reden wir doch von einem anderen menschlichen Universum. Das meine ich gar nicht so – aber das Bild mit einem kleinen tiefen, etwas trüben Wasser, womöglich mit schönen Seerosen oben darauf – kommt meinem Vergleich schon sehr nahe. Jeder kann sehr verlockend wirken. Viel Schönes kann sich an der Oberfläche befinden, auch wunderbare Wesen darin hausen – und doch hat jedes Universum seine eigene Tiefe und Trübung.

Und dann kommt die so ersehnte Liebe – beleuchtet das Wasser in unbeschreibbar weichem hellem Licht. Sie bringt alles zum Glänzen und lässt schon fast abgestorbene Pflanzen wieder neu erblühen. Doch schreibe ich hier von der Liebe, dann meine ich nicht den bezaubernden Strahl der Verliebtheit, welcher verführerisch auf der Oberfläche tanzt. Nein, ich meine die Liebe, die nach dem bezauberndem Getanze, tiefer dringt.
Sie vermag es auch die Wesen in der Dunkelheit zu beleuchten. Und sehntest du dich gerade eben nicht noch danach? Aber was wenn du gar nicht mehr wusstest, was da in deinem eigenen Tümpel so umher schwimmt?

Liebe ist so stark, in meiner Ahnung, dass sie dir viel mehr als du glaubst, in dir selbst erkennen lässt, dein Licht aber auch deine Schatten. Und dann wird die Liebe in dir selbst auch zur Kassa gebeten. Was ist dein Einsatz? Wie viel Liebe hast du selbst in dir wohnen, für diese Neuentdeckungen in dir und im Anderen?

Und hier wäre – so glaube ich – ein heiliger Punkt. Ein magischer Punkt – der uns weiter in die Erlösung zu uns und zum Anderen bringen könnte. Es geht nicht um etwas Aushalten müssen – es geht viel mehr um ehrliche Begegnung. Hinsehen – den Schlamm am Boden zu sehen und trotzdem die Rosen nicht zu vergessen. Dich wagen zu zeigen  – und das Geschenk, sich dir zu zeigen, anzunehmen.

Fängt nicht hier erst wahre Begegnung an? Ist es nicht dieser Schlammboden, der unsere so sehnlichsten Sehnsüchte hochspuckt? Warum wollen wir nur unser Schönstes zeigen, statt dem Anderen die Chance zu geben uns in unserer Gesamtheit zu sehen.

„Ich will dir nah sein – in guten und in schlechten Tagen. In Freude und Leid.“

Was fordern wir da und wünschen so innigst – und wie bereit sind wir genau das zu geben? Ach Liebe – ich ahne dich als so was Großes – eine Mutter die all ihre Kinder in den Arm nimmt – keinen Unterschied macht zwischen guten und bösen – sondern weiß, sie hat sich entschieden einzulassen und weiß von der Anwesenheit beider.

Ich wünsche mir, dass wir lernen uns in die Augen zu sehen und unsere Seelen erkennen. Auch wenn sie zugerümpelt sind mit Altlast und Wunden. Ich wünsche mir, dass wir unseren Liebsten nicht noch eine drauf hauen – genau auf die Stellen, die wir nicht sehen wollen, weil wir nicht fähig sind, sie als das zu erkennen was sie sind: alte Verzerrungen.

Aber dafür – und das wünsche ich uns allen – müssen wir den Mut haben in Beziehungen sich wahrhaftig und ganz zu begegnen und nicht weglaufen bei dem ersten Krebs der uns in die Zehe zwickt, wenn wir tiefer steigen im Anderen. Sondern ihn liebevoll in die Hand nehmen und wissen dass auch er da sein darf. Und das alles mit einer liebevollen Sanftheit zu uns selbst – auch für unsere zwickenden, beissenden Tierchen – die wir dem anderen entgegen jagen.
Liebe läuft nicht weg. Es kann jedoch sein, dass wir entdecken, in einem anderen Teich tiefer zu kommen und mit ihm stärker zu strahlen. Aber die Liebe lässt selbst den ‚alten‘ Tümpel nicht achtlos zurück. Liebe – so ahne und vielleicht wünsche ich es mir nur – lässt auch wenn sie weiterzieht – keine Ignoranz stehen.

Wir werden uns womöglich weh tun, wenn wir versuchen uns unsere Tiefen zu zeigen – aber wir werden uns wahrhaftig nah sein. Uns durch den Anderen erkennen und uns in uns.

„Die Liebe des Herzens ist nicht die Liebe des Gemüts. Die Liebe des Gemüts dient der Liebe des Herzens, aber sie ist es nicht. Die Liebe des Gemüts ist Klebstoff; sie sagt: ‚Du allein bist mein Glück; deshalb will ich dich an mich binden.‘

Die Liebe des Herzens sagt: ‚ Was immer du bist, ich nehme es auf in mein Sein; was immer du fühlst, ich will es verstehen; was immer du wünscht und ersehnst, ich achte es; wohin auch immer du wachsen willst, ich nähre dich, wie ich kann.‘

Die Liebe des Herzens umfängt die Liebe des Gemüts wie die Auster das Sandkorn; ihr Schmerz ist ein ständiger Dorn in ihrem weichen Fleisch; sie nimmt ihn willig auf sich. Durch ihr widerstandsloses Umfangen verwandelt sie die ‚kleine Liebe‘, die Liebe des Gemüts, in einen kostbaren Schatz, so wie die Auster das Sandkorn in eine Perle verwandelt. Das Kostbare an diesem Schatz ist seine Schönheit; eine Schönheit, die nur dem offenbar wird, der die Schale seines Herzens öffnet und das, was so viel Schmerz verursachte, ans Tageslicht befördert.“ Safi Nidiaye

Jede Beziehung ist eine Chance uns selbst zu erkennen. Lasst uns achtsam mit allem Ungetümern und Feenwesen umgehen. Wahre Begegnung ist nicht immer wie wir uns es zuvor ausmalten aber sie lässt dich nie rücksichtslos zurück. Sie gibt dir ein Stück von dir selbst zurück – wenn du es annehmen kannst. Manchmal flüchten wir und schauen weg aber in Wahrheit laufen wir in dem Moment auch von uns selber weg.

Danke an alle die rütteln an mir – manchmal angenehm und manchmal unangenehm. Und danke an alle die es zulassen sich dabei in die Augen zu sehen.

So wie C. G. Jung schon fragte: „Wollen wir gut oder ganz sein?“

Ich möchte ganz sein.

Danke an die, die mir das Lernfeld dazu bieten.

2 comments

  1. Liebe Manuela,
    mit jedem Lesen dringt es tiefer!
    Es ergreift mein Herz und vibriert im Innersten meiner Seele !!!

    „Ich wünsche mir dass wir lernen uns in die Augen zu sehen und unsere Seelen erkennen“ –
    Ja, Wahrhaft(ig) !!

    Allerherzlichsten Dank –
    immer neu
    Elger

    1. Danke lieber Elger, für deine „innersten“ Worte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *